Agfaphoto DC-8330i von Plawa für schnelle Schnappschüsse Im Alltag verwende ich die Kamera in meinem Handy. Weil genau diese nun rumzickt und sich weigert, korrekt zu fokussieren, musste ich sie leider zur Reparatur einschicken. Das dauert gut und gern drei Wochen. Was verwende ich in dieser Zeit?
Im Toom-Prospekt war der digitale Fotoapparat Agfaphoto DC-8330i von Plawa im Angebot. Sie wurde beschrieben mit dreifach optischem Zoom, acht Megapixel Auflösung, und sogar Tasche und Batterien
Das ganze wäre zum Preis von knapp 70 Euro zu haben. Danach schaute ich mir noch ein paar Meinungen zur Kamera im Internet an. Tragisches war nicht zu lesen. So zog ich los zum Kamerakauf. Ich wußte, dass ich diese Kamera nur zur Übergangszeit von drei Wochen bräuchte. Meine Anforderungen sind entsprechend begrenzt.
Ich kaufte, und fünf Meter weiter schob ich schon die Batterien in die neue Kamera rein. Mir kam in den Sinn, dass einige Kritiker das Gehäuse für billig hielten. Ich hingegen finde sie völlig in Ordnung und für diesen Preis auch preis-wert.
Das Menü habe ich schnell verstanden (kommt nicht häufig vor
) und machte noch am Ausgang vom Toom-Markt mein erstes Bild. Die dreisekündige Wiedergabe war aufgrund heftiger Kompressionsartefakte gering detailliert. So schoss ich zehn, fünfzehn Bilder. Ich erinnerte mich, dass ein Besitzer dieser Kamera eine sehr effiziente Batterienutzung nachsagte und auf 300 Bilder kommt. Nach den fünfzehn Bildern geschah es: ich zoomte das Objekt heran, und auf halbem Zoomwege – der Bildschirm wurde dunkel. Ganz leicht waren noch für wenige Sekunden Zeichen zu lesen, ehe das Display völlig aus war. Nachdem ich mir meine ersten Frust-Tränen wegwischte, drückte ich wieder die Einschalttaste. Agfaphoto stand wieder auf dem Display, und anscheinend ging es wieder weiter. Naja, dachte ich, vielleicht betagte Batterien. Aber nein, im Display wurde der Batteriezustand als Voll angezeigt. Es funktionierte auch alles, nur das Zoomen endete in einem Absturz.
Noch am selben Abend schaufelte ich in USB2.0-Geschwindigkeit die Bilder auf meinen Computer. Und die waren wirklich ok für den Kaufpreis. Die Kompression der Bilder war im Detail in Ordnung, und besser als bei meinem “tollen” Kamerahandy.
Am nächsten Tag löste sich die Naht am Klettverschluss der Tasche. Blöd, aber zu vernachlässigen, ich wollte ohnehin die Kamera durchnudeln in drei Wochen
Ich kaufte neue Batterien, setzte sie gleich ein und das pltözliche Abstürzen beim Zoomen trat nicht auf. Nach zwanzig oder dreißig Aufnahmen war es wieder da – trotz Anzeige einer vollen Batterie stürzte die Kamera wieder ab.
Die PC Welt schrieb über die Kamera, dass hinsichtlich der Bildqualität keine Aussage getroffen werden konnte, weil die Bildwiedergabeleistung nicht mal die Mindestanforderung erfüllen konnte, im Weitwinkel und mittlerem Zoombereich. Nun stellen sich viele die Frage, wie schlecht eine Kamera sein muss, dass sie nicht mal am Test teilnehmen kann. Und doch, die ersten Aufnahmen in der abendlichen Dämmerung waren wirklich ausreichend. Nur sah ich beim folgenden Kopieren der Bilder, die ich bei Tageslicht knipste, dass die Ecken vieler Fotos deutlich dunkler sind als der mittlere Bildbereich. Nun ja, das kann man ja als nettes Stilmittel nutzen
Aber für normale Fotos ist das wirklich ziemlich übel. Ich überlegte, ob ich nicht fortan alles mit dem Sepia-Effekt fotografieren sollte
Um das Bild nun abzurunden (wie zweideutig) stellt sich nun bei einigen hellen Bildern heraus, dass eine halbtransparente graue kreisrunde Fläche in der Mitte des Bildes sichtbar ist. Das ist natürlich ebenfalls richtig schlecht. Bei manchen Bildern fällt es zwar nicht auf, aber selbst für wenig Geld sollte doch das Bild einer ähnlichen Abbildung der Wirklichkeit darstellen, ohne verzierende Elemente wie graue runde Flächen
Auch auf dem zweiten Bild mit dem Trainingsanzug sind runde helle Flecken, die mich an eine verstaubte oder verdreckte Optik erinnern. Aber von außen ist
nichts erkennbar. Für ein paar Versteigerungs-Artikel musste ich jeweils mindestens zwei Bilder je Artikel anfertigen, um zumindest eines mit erträglichen Flecken zu erhalten. Insgesamt bin ich sehr enttäuscht. Auf dem Etikett steht Made in China. Erstaunt mich nicht
Xie Xie China. Für drei Wochen und dem Kaufpreis von knapp 70 Euro verfalle ich nicht vorzeitig in Herbstdepression. Wer aber eine Digitalkamera nicht als Zweitkamera für billige Schnappschüsse sucht, zieht noch weitere Angebote in Betracht.
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