TÜV Rheinland® prüfte den digitalen Fotoapparat Agfaphoto DC-8330i. Gesamtnote “GUT”. PC-Welt, Kundenrezensionen und eigene Tests ergeben die Erfahrung, dass dieses Gerät billig ist. Dunkle Ecken aufgrund billiger Optik, Staub in der Elektronik, Bildqualität für weitere Tests schlicht unzureichend. Der TÜV Rheinland Test im Punkt Verarbeitung bedeutet nach TÜV Rheinland-Angaben folgendes:
Verarbeitung geprüft bedeutet, dass die Verarbeitung eines Produktes hinsichtlich produktabhängiger Merkmale geprüft wurde.
Als Kriterien für die Verarbeitung können z.B. die Kontrolle auf nicht vorhandene scharfe Ecken und Kanten, die Stabilität des Gehäuses, die Pass- und Formgenauigkeit und der Verschlußmechanismus herangezogen werden.
Eine Dauerprüfung wird damit nicht impliziert.
Es könnte auch bedeuten, dass man sich an keiner scharfen Kante des Gehäuses verletzen könnte. Über das Bild und die eigentliche Leistung des Gerätes finde ich keinen Anhaltspunkt.
Zertifikate gibt es nicht umsonst. Und es ist sicher von Vorteil, sein eigenes Produkt mit positiven Testurteilen aufzuwerten.
Diese «Gesamtnote Gut» hat mich verwirrt. Gesamtnote impliziert eine ganze Menge. Offensichtlich getäuscht.
Ein weiteres interessantes Beispiel fand ich bei einem Handy von SonyEricsson.
SonyEricsson S500i
Das Gerät wurde in verschiedenen Magazinen getestet.
- Xonio fand es mit 87% “gut”, stellen aber mäßige Sprachqualität fest
- Connect gibt 399 von 500 möglichen Punkten,
- SFT findet es gut, Note 1,8, und ist angetan von der guten Verarbeitung.
Merkwürdig ist nur, dass eine Vielzahl der Käufer und Rezensenten auf Amazon dem Gerät ein wackeliges und billiges Gehäuse nachsagen, wovon auch noch viele eine nach kurzer Zeit gebrochene Tastatur beklagen.
Worauf kann man sich verlassen? Schlechte oder verwirrende Testberichte und Testurteile? Meinungsforen wie beispielsweise Ciao? Rezensionen auf Amazon? Man erzählt sich, dass Vertrieb und Hersteller positive Eintragungen aus Gründen des Marketings selber vornehmen? Kunden mit weniger Anspruch könnten völlig ekstatisch ihr neu erstandenes Gerät mit einer dicken rosaroten Brille sehen und weitere – mir wichtige – Details übersehen. Es bleiben aus meiner Sicht nur die negativen Berichte. Kein Hersteller würde wohl Kritik äußern. Und so lange Rezensionen nicht zensiert werden, kann man sich gut darauf verlassen. (Woher weiß man eigentlich, ab wann zensiert wird?
) Und wie gesagt, die Kritik macht die Musik. Gibt es keine, könnte es ein gutes Zeichen sein.
Wenn der Beitrag «nicht schlecht» war, bedanke ich mich für Deine Stimme
Das es für ein und das selbe Produkt unterschiedliche Bewertungen verschiedener Quellen gibt, war schon immer so. Ich glaube nicht, dass sich in den letzten Jahren diesbezüglich etwas verändert hat. Wer sich ein technisches Produkt kaufen möchte, hat meiner Ansicht nach zwei Möglichkeiten: Entweder verschiedene Magazine kaufen und vergleichen, ob in den Top 10 jeweils das gleiche Produkt irgendwie auftaucht (dann ist das Produkt auf jeden Fall gut, schließlich taucht es überall in den Top 10 auf) oder man man vertraut einfach dem Testurteil einer Zeitschrift, die es schon seit Jahrzehnten gibt und die meiner Ansicht nach die wohl seriöseste PC-Zeitschrift auf dem deutschen Markt ist: Die c’t. Besonderheit: Es gibt niemals einen absoluten Testsieger sondern einfach nur gute Empfehlungen…
Ich bin regelmäßiger Leser der Zeitschriften CT, PC-Welt und Computer Bild (letzte ist einfach belustigend). Im großen und ganzen kann ich bewerten, das die Testverfahren der meisten Zeitschriften sehr oberflächlich und wenig konkret Nutzenbezogen sind. Eine Ausnahme bildet hier die CT, hier werden (fast immer) objektive Tests erstellt, Vor- und Nacheile des Produktes herrausgestellt und dem Käufer obligt die Entscheidung für sein Einsatzgebiet. In fast allen weiteren Bereichen wird, wie am Beipiel einer Kamera, nicht klar, bei WAS das Produkt denn nun Platz 1 belegt? Ist es die Nachtaufnahme, die Akkulaufzeit, der Zoom oder was auch immer. Zum anderen hat der Käufer selbst Schuld an der Misere. Siehe Fachhandel, wer mag schon die Details kennen, ein Endergenis reicht ja. Hinterher kommt die Unzufriedenheit und Erkenntnis, nur ändert dies nichts…